RATGEBER – Lademodi
Ratgeber - Lademodi: Mode 1-4
Was unterscheidet das Laden an einer Steckdose vom Laden an einer Wallbox oder einem DC-Schnelllader? Im PURELOAD Ratgeber erfahren Sie, was die vier Lademodi bedeuten und welche Ladeart zu Ihrem Alltag passt.
Lademodi für Elektroautos: Mode 1 bis Mode 4 erklärt
Was unterscheidet das Laden an einer Steckdose vom Laden an einer Wallbox oder einem DC-Schnelllader? Im PURELOAD Ratgeber erfahren Sie, was die vier Lademodi bedeuten und welche Ladeart zu Ihrem Alltag passt.
Inhaltsverzeichnis
Die vier Lademodi im Überblick
Mode 1: AC-Laden ohne spezielle Ladekommunikation
Mode 2: AC-Laden mit mobiler Ladeeinrichtung
Mode 3: AC-Laden an Wallboxen und Ladestationen
Mode 4: DC-Laden mit externem Ladegerät
Welcher Lademodus passt zu welcher Situation?
Welche Ladeleistung benötigt Ihr Elektroauto?
Fazit: Lademodus und Ladeleistung richtig einordnen
1. Die vier Lademodi im Überblick
Die Lademodi nach IEC 61851 beschreiben, wie ein Elektrofahrzeug mit der Stromversorgung verbunden wird und wie Steuerung und Schutz beim Laden umgesetzt sind.
Mode 1 bis Mode 3 nutzen Wechselstrom (AC), Mode 4 nutzt Gleichstrom (DC). Der Lademodus allein legt jedoch weder die genaue Ladeleistung noch die Ladezeit fest.
| Lademodus | Stromart | Steuerung und Kommunikation | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| Mode 1 | AC | Keine spezielle Ladekommunikation zwischen Anschluss und Fahrzeug | Für moderne Elektro-Pkw unüblich |
| Mode 2 | AC | Steuer- und Schutzeinrichtung in der Ladeleitung | Mobile Ladeeinrichtung an geeigneter Schuko- oder CEE-Steckdose |
| Mode 3 | AC | Steuerung über eine dafür vorgesehene Ladeeinrichtung | Wallbox oder öffentliche AC-Ladestation |
| Mode 4 | DC | Externes Ladegerät mit Kommunikation zum Fahrzeug | DC-Ladestation, häufig zum Schnellladen |
Lademodus, Steckertyp und Ladeleistung unterscheiden
Diese drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Eigenschaften:
Lademodus: Wie Stromversorgung, Kommunikation und Schutz organisiert sind.
Steckertyp: Welcher Anschluss verwendet wird, beispielsweise Typ 2 oder CCS2.
Ladeleistung: Wie schnell Energie übertragen wird, angegeben in Kilowatt (kW).
Ein Typ-2-Fahrzeuganschluss kann beispielsweise sowohl bei Mode 2 als auch bei Mode 3 verwendet werden.
2. Mode 1: AC-Laden ohne spezielle Ladekommunikation
Bei Mode 1 wird das Fahrzeug über eine gewöhnliche Netzsteckdose versorgt, ohne eine zusätzliche Steuer- und Schutzeinrichtung in der Ladeleitung und ohne die für Mode 2 und Mode 3 vorgesehene Ladekommunikation.
Die vorhandenen Schutzmaßnahmen der Elektroinstallation und des Fahrzeugs bleiben dabei relevant. Mode 1 bedeutet deshalb nicht, dass überhaupt kein elektrischer Schutz vorhanden ist.
Typische Anschlüsse
Grundsätzlich kommen gewöhnliche Netzanschlüsse wie Haushalts- oder Industriesteckdosen infrage. Eine Schuko-Steckdose kennzeichnet aber nicht automatisch Mode 1: Wird eine geeignete Ladeeinrichtung mit Steuerbox verwendet, handelt es sich um Mode 2.
Einsatzbereich
Für moderne Elektro-Pkw ist Mode 1 unüblich. Es ist keine empfehlenswerte Alternative zu einer dafür vorgesehenen mobilen Ladeeinrichtung oder Wallbox.
Auch das Laden kleiner Elektrogeräte über ein Netzteil sollte nicht pauschal als Mode 1 bezeichnet werden. Die Lademodi beziehen sich auf die entsprechende leitungsgebundene Ladetechnik für Elektrofahrzeuge.
3. Mode 2: AC-Laden mit mobiler Ladeeinrichtung
Bei Mode 2 befindet sich eine Steuer- und Schutzeinrichtung zwischen Netzsteckdose und Fahrzeug. Häufig wird sie als IC-CPD bezeichnet; der Begriff ICCB ist ebenfalls verbreitet.
Die mobile Ladeeinrichtung kommuniziert mit dem Fahrzeug, signalisiert den zulässigen Ladestrom und übernimmt die vorgesehenen Überwachungsfunktionen.
Typische Anschlüsse und Leistungen
Je nach Gerät und geeigneter Elektroinstallation sind beispielsweise möglich:
| Stromanschluss | Typische mögliche Ladeleistung |
|---|---|
| Schuko bei 8–10 A | Etwa 1,8–2,3 kW |
| CEE blau, 16 A, einphasig | Bis etwa 3,7 kW |
| CEE blau, 32 A, einphasig | Bis etwa 7,4 kW |
| CEE rot, 16 A, dreiphasig | Bis etwa 11 kW |
| CEE rot, 32 A, dreiphasig | Bis etwa 22 kW |
Die Werte setzen voraus, dass Ladeeinrichtung und Fahrzeug den jeweiligen Betrieb unterstützen. Bei einphasigem Laden sind außerdem die geltenden Anschlussbedingungen zu berücksichtigen.
Mehr als eine Notladelösung
Mode 2 ist nicht auf einfache Schuko-Notladekabel beschränkt. Eine geeignete mobile Ladestation kann an einem fachgerecht ausgelegten CEE-Anschluss auch für regelmäßiges Laden verwendet werden.
Entscheidend sind die Eignung der gesamten Installation, das Schutzkonzept und die Herstellerangaben. Eine integrierte Steuerbox macht eine ungeeignete oder beschädigte Steckdose nicht sicher.
Wann ist Mode 2 sinnvoll?
Mode 2 eignet sich besonders, wenn Sie an unterschiedlichen Orten mit geeigneten Stromanschlüssen laden möchten. Auch am eigenen Stellplatz kann eine passende mobile Ladeeinrichtung eine praktische Lösung sein.
4. Mode 3: AC-Laden an Wallboxen und Ladestationen
Bei Mode 3 erfolgt die Versorgung über eine speziell für Elektrofahrzeuge vorgesehene AC-Ladeeinrichtung. Dazu gehören fest installierte Wallboxen und öffentliche AC-Ladepunkte.
Die Ladeeinrichtung signalisiert den verfügbaren Strom und schaltet die Versorgung nach entsprechender Ladefreigabe ein. Die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom übernimmt der Bordlader im Fahrzeug.
Typische Anschlüsse
In Europa ist Typ 2 weit verbreitet. Fahrzeuge mit Typ-1-Anschluss können an einer geeigneten Typ-2-Ladestation mit Steckdose normalerweise über ein passendes Typ-2-auf-Typ-1-Ladekabel geladen werden.
Ladeleistung
Übliche Leistungen sind 11 und 22 kW. Mode 3 ist jedoch nicht grundsätzlich auf 22 kW begrenzt; entsprechende AC-Systeme können beispielsweise auch 43 kW bereitstellen.
Ob das Fahrzeug diese Leistung nutzen kann, hängt von seinem Bordlader ab. Ein Fahrzeug mit maximal 11 kW AC-Ladeleistung lädt auch an einer leistungsfähigeren AC-Station höchstens mit 11 kW.
Komfort und Zusatzfunktionen
Je nach Modell sind Funktionen wie Zugangskontrolle, Ladeplanung, Verbrauchsmessung, Lastmanagement oder PV-Überschussladen verfügbar.
Diese Ausstattung ergibt sich nicht automatisch aus Mode 3. Auch mobile Ladeeinrichtungen können vergleichbare Funktionen bieten.
Wann ist Mode 3 sinnvoll?
Mode 3 ist besonders praktisch für regelmäßiges Laden an einem festen Stellplatz sowie für längere Standzeiten an öffentlichen AC-Ladepunkten.
5. Mode 4: DC-Laden mit externem Ladegerät
Bei Mode 4 befindet sich das eigentliche Ladegerät außerhalb des Fahrzeugs. Es liefert geregelten Gleichstrom an die Antriebsbatterie und stimmt Spannung und Strom mit dem Fahrzeug ab.
Der AC-Bordlader wird dabei umgangen. Die zulässige DC-Ladeleistung wird unter anderem durch Batterie, Batteriemanagement und Ladestation bestimmt.
Typische Anschlüsse
Zu den DC-Anschlusssystemen zählen:
CCS2: Vor allem in Europa verbreitet.
CCS1: Insbesondere bei Fahrzeugen für den nordamerikanischen Markt.
CHAdeMO: Bei bestimmten, häufig älteren japanischen Fahrzeugmodellen.
NACS: Vor allem in Nordamerika eingesetzt.
GB/T DC: Insbesondere bei Fahrzeugen für den chinesischen Markt.
„Supercharger“ ist die Bezeichnung für Teslas Ladenetz und kein eigener, weltweit einheitlicher Steckertyp.
Nicht jedes Mode-4-System ist ein Hochleistungsschnelllader
Mode 4 beschreibt das DC-Ladeverfahren und keine feste Mindestleistung. Auch DC-Ladegeräte mit beispielsweise 20 oder 30 kW fallen darunter.
Leistungsfähige Schnellladepunkte können mehrere Hundert Kilowatt bereitstellen. Die tatsächliche Aufnahmeleistung des Fahrzeugs kann deutlich darunter liegen.
Ladekabel und Einsatzorte
An öffentlichen DC-Ladepunkten ist das Kabel üblicherweise fest angeschlagen. Ein eigenes DC-Ladekabel müssen Sie dort normalerweise nicht mitbringen.
Mode 4 wird nicht nur an Autobahnen genutzt. Weitere Einsatzorte sind Ladeparks, Firmenhöfe, Fahrzeugdepots und andere private oder öffentliche Standorte. Auch mobile DC-Ladegeräte arbeiten nach diesem Prinzip.
Wann ist Mode 4 sinnvoll?
DC-Laden ist besonders hilfreich, wenn während einer kurzen Standzeit viel Energie nachgeladen werden soll. Voraussetzung ist, dass Fahrzeug und Ladeeinrichtung über einen kompatiblen DC-Anschluss verfügen.
6. Welcher Lademodus passt zu welcher Situation?
Der Lademodus wird durch die eingesetzte Ladeeinrichtung vorgegeben. Sie wählen ihn normalerweise nicht über eine Einstellung im Fahrzeug aus.
| Ladesituation | Geeignete Lösung |
|---|---|
| Regelmäßiges Laden am festen Stellplatz | Mode-3-Wallbox oder geeignete Mode-2-Ladeeinrichtung an fachgerecht ausgelegtem Anschluss |
| Laden an wechselnden Orten mit geeigneten Steckdosen | Mobile Mode-2-Ladeeinrichtung |
| Mehrstündiges Parken an öffentlichen AC-Ladepunkten | Mode 3 |
| Kurze Ladepause auf einer längeren Fahrt | Mode 4 |
| Fahrzeuge ohne DC-Ladefähigkeit | Unterstützte AC-Lösung in Mode 2 oder Mode 3 |
Für viele Nutzer ist eine Kombination sinnvoll: regelmäßiges AC-Laden während längerer Standzeiten und DC-Laden bei Bedarf unterwegs.
7. Welche Ladeleistung benötigt Ihr Elektroauto?
Die höchste verfügbare Leistung ist nicht automatisch die wirtschaftlichste oder praktischste Lösung. Entscheidend sind Ihr täglicher Energiebedarf und die Zeit, die zum Laden zur Verfügung steht.
Beim AC-Laden zählt der Bordlader
Die tatsächliche Leistung wird durch Fahrzeug, Stromanschluss, Ladeeinrichtung und Kabel begrenzt. Zusätzlich können Einstellungen oder Lastmanagement die Leistung reduzieren.
Prüfen Sie im Fahrzeugdatenblatt:
Maximale AC-Ladeleistung.
Unterstützung für einphasiges oder dreiphasiges Laden.
Passenden Fahrzeuganschluss.
Für viele private Anwendungen genügt eine Ladeleistung von 11 kW. Bei langen Standzeiten kann auch eine geringere Leistung den täglichen Bedarf decken.
Beim DC-Laden zählt der gesamte Ladeverlauf
Die maximale DC-Ladeleistung ist meist ein Spitzenwert, der nicht während des gesamten Ladevorgangs erreicht wird.
Die tatsächliche Leistung hängt unter anderem ab von:
Ladezustand und Temperatur der Batterie.
Fahrzeugtechnik und Batteriemanagement.
Verfügbarer Stationsleistung.
Einer möglichen Leistungsverteilung zwischen mehreren Ladepunkten.
Für die Planung kurzer Ladepausen sind deshalb Angaben zur Ladezeit, etwa von 10 auf 80 Prozent, häufig aussagekräftiger als die Spitzenleistung allein.
Ladezeit grob abschätzen
Für eine erste Abschätzung gilt:
Ladezeit in Stunden ≈ nachzuladende Energie in kWh ÷ durchschnittliche Ladeleistung in kW
Wenn 30 kWh nachgeladen werden sollen und durchschnittlich 10 kW zur Verfügung stehen, dauert die Energieübertragung ungefähr drei Stunden. Ladeverluste und zusätzliche Verbraucher können die benötigte Zeit erhöhen.
Beim DC-Laden ist die durchschnittliche Leistung besonders wichtig, weil sie sich mit dem Ladezustand deutlich verändern kann.
8. Fazit: Lademodus und Ladeleistung richtig einordnen
Die vier Lademodi beschreiben unterschiedliche Konzepte für Stromversorgung, Kommunikation und Schutz. Mode 2 und Mode 3 ermöglichen AC-Laden, während Mode 4 die Batterie über ein externes DC-Ladegerät versorgt; Mode 1 spielt bei modernen Elektro-Pkw kaum eine Rolle.
Eine geeignete mobile Mode-2-Ladestation kann ebenso eine regelmäßige Ladelösung sein wie eine Mode-3-Wallbox. Welche Variante zu Ihnen passt, hängt von Fahrzeug, Anschluss, Standzeiten und gewünschter Flexibilität ab. Entscheidend bleibt eine kompatible Ladeeinrichtung an einer fachgerecht ausgelegten Stromversorgung.